Archive for Februar, 2008

Wie alles begann

Montag, Februar 4th, 2008

Es begann damit, dass sich vor rund 3.800 Millionen Jahren eine Kruste auf der Erde bildete und sich kurz darauf… Ja, ok, schlechter Geographenwitz, sorry.

Als Englischlehramtsstudent braucht man in Bayern bekanntlich das Latinum, weil ein paar Römer (vielleicht aus Augsburg) Urlaub auf der Insel machen wollten oder so (genaueres findet man bei Asterix oder Wiki) und weil ein Latinum bei Frauen immer gut ankommt (ein Hauch vom Medizinstudium wahrscheinlich 🙂 ); das ist aber noch nicht alles! In einer zweiten modernen Fremdsprache sollte man auch Kenntnisse nachweisen können um am Gymnasium unterrichten zu können. Feine Sache, dass ich durch Zufall wĂ€hrend meine Zeit als Zivi bei meinem ehemaligen Englisch-LK-Lehrer etwas Spanisch geschnuppert (oder besser „geschmeckt“, gemessen am Weinverbrauch 😉 ) habe. Vielen Dank an dieser Stelle! So wusste ich an der Uni schon fĂŒr welchen Sprachkurs ich mich anmelde wenn ich denn mal Zeit dafĂŒr hĂ€tte. Gesagt getan. Im FrĂŒhjahr 2007 kam dann Nachricht aus Weilheim in eine meiner zahlreichen Augsburger WirkungsstĂ€tten, dass eben dieser Lehrer, um nicht zu sagen Bernhard, eine Stelle in Chile an einer Deutschen Schule annehmen wĂŒrde. Ja, und wenn man schon mal jemanden kennt der im spanischsprachigen Ausland lebt, dann bietet sich ein Besuch natĂŒrlich an, besonders wenn man im Unikurs das GefĂŒhl hat, der eigene Schweinehund frĂ€ĂŸe allwöchentlich die Hausi samt Vokabelheft auf und man sei deshalb jede Stunde immer noch unvorbereiteter. Man hört sich also um ob man irgendwie was in Chile machen kann… und findet nichts.

Eines schönen Herbsttages gehe ich dann aus der Cafete in Richtung Hörsaalzentrum, zwischen der Cafete und der DurchgangstĂŒr sind wie so oft Tische aufgebaut, hinter denen freundliche Kommilitonen was verkaufen oder Informieren wollen (Die Augsburger Studenten unter den Lesern haben dieses Idyllische Bild sicher vor Augen!) Ich schaue aus sicherem Abstand was es gibt und erkenne zwei bekannte Gesichter hinter einer Vielzahl bunter Flyer und Prospekten in allen GrĂ¶ĂŸen und Stapelhöhen. Man grĂŒĂŸt und tritt nĂ€her. Typisch Deutsch ĂŒberspringe ich alle angebrachten Höflichkeitsfloskeln und, weil mir gerade danach ist, eröffne das GesprĂ€ch mit einem lauten „Ja, was macht ihr denn da? Studierts was, ned immer nur faul rumsitzen, zahlts Steuern und ĂŒberhaupt was verteilts denn da?“. Im nachhinein betrachtet habe ich das wohl so gesagt weil ich selber nicht wusste was ich machen soll. Mir fĂ€llt definitiv nicht mehr ein warum ich von der Cafete ins Hörsaalzentrum wollte, weil ich da dieses Semester nichts zu suchen habe außer zwischen 10:00 und 11:30, was es sicher nicht war, vor 10:00 verteilt noch niemand Zettel. Aber egal. Mit einem schnellen Griff zu einem der zahlreichen Kugelschreiber und den noch zahlreicheren Mitgliedsantragszetteln (Vorsicht Fugen-„s“!!! Zu spĂ€t), werde ich aufgeklĂ€rt, dass es sich um einen BLLV-Stand handelt und ich gleich mal Mitglied werden kann, weil es ja nichts kostet aber sicherlich viel bringt. Dieser Standardspruch eines Jeden an so einem Stand zieht bei mir aber nicht. HauptsĂ€chlich deshalb, weil er bereits im ersten Semester gezogen hat. Darum rede ich einfach weiter blöd daher, als Lehrer muss man ja konsequent sein heißt es immer! 🙂 Im Stile von „ja so ein Schmarrn, da komm i ja nie aus dem Scheißland raus“ geht es sinngemĂ€ĂŸ weiter. Die am Stand sind aber wohl schon so einiges Gewöhnt oder haben Ehrgeiz, ist immer schwer zu unterscheiden fĂŒr mich. „Doch sehr wohl! Schau dir doch mal diesen Flyer an.“ Es ist der GrĂŒne. Ich sehe nur irgendwas von BLLV und Auslandspraktikum, ein flĂŒchtiger Blick ins Innere offenbart das altbekannte USA und irgendwas das nach Australien oder Neuseeland aussieht. Denise war in Neuseeland mit dem BLLV, das weiß ich. War auf ihrem Diavortrag und weil der interessant war weiß ich auch noch das es dort gut war. Ich wĂŒrde da schon auch gern mal hin, zugeben wĂŒrde ich das aber nie! „Ach englischsprachige LĂ€nder kenn i zum Abwinken. Da war doch a jeder scho und Englisch studier i ja, na lern i ja wieder nix neis! Hobts nix gscheids? Wos wo ma Spanisch red zum Beispui? A Land in dem ma aa wos los is. Wos interessants. Wo ma wos sigt! … Chile zum Beispui.“ Ich lĂ€chle leicht arrogant dazu, weil sie sicher mit so einem Schmarrn ĂŒberfordert ist. Doch sie lĂ€chelt zurĂŒck und sagt: „Chile haben wir. Genau einen Platz und wenn ich mich nicht tĂ€usche ist der noch frei, weil glaub ich jemand abgesagt hat oder der Platz neu ist. Ruf einfach die Nummer an und sag du interessierst dich fĂŒr Chile und sagt ich schick dich.“

Der Zugzwang tat sein ĂŒbriges, und so habe ich, ca. 4,6 Milliarden Jahre nach der Entstehung der Erde aus dem damals vorherrschenden Sonnennebel, einen Praktikumsplatz in Chile. Ob jemand den Platz abgesagt hat oder die Stelle neu war hab ich nie nachgefragt, will ich auch nicht. Manchmal redet man einfach zur richtigen Zeit die richtigen Leute blöd an. Und wie man sein EWS-Examen besteht, so bekommt man auch ein Auslandspraktikum wenn die Zeit reif ist. Ob es das mir gebucht scheinende GlĂŒck war, wie Mascha behauptet, oder ob das sowas wie eine globale Augsburger Puppenkiste ist bei der jemand die FĂ€den zieht, frei nach Steffis Lesart, ist mir momentan egal, ich freue mich jedenfalls tierisch!!! In einer Woche geht’s ja schon los…

Tempus fugit, oder nicht?

🙂

Abschiedsparty!!!

Freitag, Februar 1st, 2008

Es ist offiziell und besser als Fasching:

Samstag, 02.02.08   Abschiedsparty von Franz und mir ab 21:00 Uhr beim Franz in der Ludwigstr. 15!!!

Dabeisein ist alles!!!