Busboot

Dass die Busse in Südamerika gerne Flugzeuge wären, habe ich ja schon einmal geschrieben. Den Schiffen geht es hier nicht anders, auch sie möchten gern so sein wie die so angesehenen Flieger. Als wir von Buenos Aires einen Tagesausflug nach Uruguay gemacht haben, waren wir etwas blauäugig eine Stunde von Abfahrt am Hafen. Wer hätte gedacht, dass das noch knapp werden könnte! Aber wenn man erstmal sein Ticket hat, was die übliche Bürokratie hier bedeutet (also 3x hin und her zwischen zwei Schaltern am jeweils anderen Ende der Halle), muss man einchecken wie im Flughafen. Es wird gewogen, gescannt und kontrolliert wie bei den Grossen. Weil man aber weiss, dass das gerne mal dauert haben sie das Gebäude echt schön hergerichtet, mit einem Wasserfall vom 2. Stock ins Erdgeschoss und modernen Lichtern und so Zeug. Damit man es auch merkt, dass man gerade etwas tolles sieht beim Warten wird man recht aufdringlich darauf hingewiesen mit Schildern und Werbespots für das Fährunternehmen. “Geniessen sie unser Gebäude!” Ja, genau machen wir um 7h morgens, auf dem Weg hoch zum Zoll und der Passkontrolle. Dort warten schlecht aufgelegte Grenzbeamte mit einem Stapel Blättern zum ausfüllen. Hat man alles richtig gemacht bekommt man nen Stempel von Uruguay, cool, jetz hab ich den auch! Danach wird man an Board begrüsst, Zeitungen liegen aus und der Fernseher läuft schon. Was im Flugzeug nicht geht ist eine Tangoshow, bei der sich die Passagiere auf der Bühne nach allen Regeln der Kunst blamieren können. Alles das Bietet der Buquebus!

In Uruguay geht es dafür etwas rustikaler zu, eben so als ob man gerade eben auf einem Provinzflughafen gelandet wäre. Egal wie, dieses Südamerika ist einfach immer ein hingucker, egal ob sie das geplant haben oder nicht. Colonia selbst ist ein verschlafenes Tourikaff, das davon lebt dass die Währung Uruguays gegenüber der argentinischen so schwach ist. So ziemlich genau das, was Mendoza (Argentinien) für Santiago (Chile) ist; nur eben nicht an den Bergen sondern am Meer.

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