Nach dem Sturm kommt die Ruhe

Wie laut Buenos Aires wirklich ist weiss man erst wenn man nicht mehr dort ist. Da Tag und Nacht in Sachen Lautstärke innerorts keinen nennenswerten Unterschied machen, sind wir weiter nach Cordoba gezogen. Cordoba kennt man in Österreich weil die da mal einen Ski-Weltcup oder so gewonnen haben oder so, ich kenn mich da nicht so aus. Die ansässigen Deutschen, und das sind dort einige, machen es sich seit Ende der 40er dort in den weiten der nördlichen Pampa gemütlich und kennen Cordoba von einem Fussballspiel bei dem Deutschland gegen sich selbst spielte und 5:0 gewann. Die örtliche Legende besagt, der Zeugwart habe nicht genug weisse Trikos gehabt und deshalb mussten 11 Spieler in weiss und 11 in rot spielen. 😉

Westlich von Cordoba liegt ein kleiner Gebirgszug, Voranden sozusagen. Bis zu 2.000 m NN hoch erheben sich die zaghaften Gipfel dort und sind bis oben hin mit gelben Büschelgras bedeckt. Stundenlang wandert man so dahin, dass man gerade auf 2.000 m ist merkt man kaum. Das Erlebnis kann man wohl am besten mit einem Abschnitt vom Jakobsweg beschreiben. Die Abgeschiedenheit und die Kargheit der Landschaft versetzen einen in einen fast schon meditativen Zustand, in dem man stumm und andächtig einen Schritt vor den anderen setzt. Hin und wieder hält man inne um die atemberaubende Umgebung zu geniessen. Ein Hügel, ein Tal, ein Berg eingehüllt in gelben Flaum, umarmt vom tief blauen wolkenlosen Himmel. Und eine Stunde später: ein neuer Hügel, ein neues Tal, ein neuer Berg und es wird einfach nicht langweilig, weil sich das licht verändert hat und alles anders ist und doch so gleich.

Wir steigen in ein tief eingekerbtes Tal ab. Am Fluss unten ist Pause, dann geht es auf der anderen Seite wieder hoch. Am Gipfel erwartet uns ein majestätischer Ausblick und eine Audienz beim König. Ganze fünf Condore ziehen ihre Kreise über unseren Köpfen. Ohne einen einzigen Flügelschlag gleiten sie über die Pampa. Unbeschreiblich imposant und respekteinflössend. Ein Condor hat immerhin eine Spannweite von gut 2-3 m! Den 10x Zoom brauche ich heute nicht, die Vögel kreisen nur wenige Meter über uns (Fotos kommen natürlich noch!!! Ich brauch noch ein Computer der das hochladen packt!). Das ganze ist so unglaublich schön wie es beängstigend ist, der Condor ist immerhin Aasfresser; aber er will bestimmt nur was von unseren guten Salami.

Der Weg führt uns zurück durch die absolute Stille der Pampa, in der dein Herzschlag das lauteste ist was du wahrnehmen kannst, und auch der scheint sich der Umgebung anzupassen und ruhiger zu werden. Wenn dann die Sonne ihr Licht hinter den Anden abdimmt weiss man, dass die Vorstellung aus ist und man heimgehen kann. Und irgenwie hat man das Bedürfnis zu applaudieren…


Fatal error: Allowed memory size of 268435456 bytes exhausted (tried to allocate 4194312 bytes) in /homepages/27/d37338613/htdocs/app230737887/wp-includes/class-wp-comment-query.php on line 484